Verkehrssicherheitstage

[Bericht] [Artikel im NordWestZentrum-Magazin]

Foto: © Peter St. Ackermann Am 25.10.2008 und am 01.11.2008 fanden im NWZ die Verkehrssicherheitstage der Deutschen Verkehrswacht - Verkehrswacht Frankfurt am Main e. V., in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main, Direktion Verkehrssicherheit - Verkehrserziehung, sowie der Stadt Frankfurt am Main, statt.



Ausgestellt wurden Sicherheitsbekleidung und verkehrssicher ausgerüstete Fahrräder. Ca. 2000 interessierte Personen ließen sich über effektiven Schutz vor erhöhter Unfallgefahr im Straßenverkehr in den dunkleren Jahreszeiten Herbst und Winter beraten. Die Kinder konnten einen Kettcar-Parcours durchfahren, bei dem Geschicklichkeit und - spielerisch - sicheres Verhalten im Straßenverkehr vermittelt wurden. Foto: © Peter St. Ackermann



Die Verkehrshelfer der Verkehrswacht führten Reaktionstest durch und verdeutlichten interessierten Personen mittels der "Rauschbrille" die Auswirkungen von Alkohol und Drogen.



Unterstützt wurden die Veranstaltungen durch das Überlassen von Ausstellungsmaterialien der Firmen Galeria Kaufhof und Karstadt Sport, durch Sachspenden von Kooperationspartnern, sowie der Ausstellungslogistik und dem freundlichen Service der Geschäftsleitung des Nordwestzentrums.


Foto: © Peter St. Ackermann
Auf den Internetseiten der Verkehrserziehung des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main finden Sie einen Bericht und eine Bildergalerie.


Der nachfolgende Artikel wird mit freundlicher Genehmigung der NordWestZentrum Verwaltungsgesellschaft mbH wiedergegeben.

Die Veröffentlichung erfolgte im NordWestZentrum-Magazin,
November 2008
.




Die Sicherheit des Kindes hängt von seiner Kleidung ab

Am Samstag wird im NordWestZentrum viel geboten. Gute Unterhaltung und technische Raffinessen etwa, die bei der Computermesse im Vordergrund stehen. Aber auch nützliche Informationen und Prävention kommen im NWZ nie zu kurz.

So ist das Polizeipräsidium Frankfurt mit seiner Direktion Verkehrssicherheit am 1. November von 10 bis 19 Uhr auf der Aktionsbühne zu Gast, um Kinder und Erwachsene die Gefahren zu verdeutlichen, die vor allem jetzt in der dunklen Jahreszeit im Straßenverkehr lauern.

"Sicherheit durch Erkennbarkeit" heißt das Anliegen der Polizei, die vor allem auf das Sicherheitsproblem für Kinder und Jugendliche auf dem morgendlichen Schulweg hinweisen möchte. Die jungen Verkehrsteilnehmer bilden mit den Senioren und Behinderten die Gruppe der schwächsten Verkehrsteilnehmer, vor allem weil sie

  • sich in einer anderen Erfahrungs- und Erlebniswelt befinden als die erwachsenen Verkehrsteilnehmer,
  • und den Straßenverkehr aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Ihre geringe Körpergröße hat eine nachteilige Perspektive und eine schlechtere Übersicht zur Folge, weil sie

  • anfänglich Entfernungen kaum oder gar nicht einschätzen können,
  • Geschwindigkeiten falsch einschätzen,
  • Bremsvorgänge nicht erkennen,
  • die Herkunft und Ursache von Geräuschen nicht immer richtig lokalisieren und
  • begonnene Bewegungen kaum oder nicht schnell genug abbrechen können.

Fast 70 Prozent der Schulwegunfälle der sechs- bis 14-Jährigen ereignen sich im Herbst und Winter. Die Gefahr, im Straßenverkehr getötet oder schwer verletzt zu werden, ist bei Dämmerung und nachts mehr als doppelt so hoch wie bei Tageslicht. Laut der Unfallkasse Hessen, die Trägerin der gesetzlichen Schülerunfallversicherung in Hessen ist, werden pro Jahr rund 8000 zum Teil schwere Schulwegunfälle aus Hessen bearbeitet. Sie könnten oftmals verhindert werden, wenn Autofahrer die Kinder früher wahrnehmen würden. Viele Unfälle liegen darin begründet, dass die Autofahrer mit der im Dunkeln um 90 Prozent verminderten Sehschärfe dunkel gekleidete Fußgänger und Radfahrer nicht oder zu spät erkennen können. Was dunkel ist, wird dabei leicht übersehen. Erschwerend kommt hinzu, dass Kinder glauben, wenn sie das beleuchtete Auto sehen können, dass auch sie gesehen werden. Der Autofahrer erkennt das Kind allerdings oft erst im letzten Augenblick. So kann er ein dunkel gekleidetes Kind bei Abblendlicht frühestens aus 25 Metern Entfernung wahrnehmen.

Trägt es jedoch helle Kleidung, sind es bereits 40 Metern. Reflektoren, die an der Kleidung angebracht sind oder daran baumeln, lassen das Kind sogar auf eine Entfernung von 130 bis 160 Metern "leuchten". Der Fahrzeugführer kann rechtzeitig reagieren. Väter und Mütter sollten deshalb jetzt, rechtzeitig zum bevorstehenden Einkauf von Kinderwinterbekleidung, auf dieses Sicherheitsplus achten.

Reflektoren und Signalbänder

Es gibt Jacken, Anoraks, Schuhe, bei denen reflektierendes Material bereits eingearbeitet ist. Schulranzen und sonstige Taschen sollten ebenfalls mit Reflektoren ausgestattet sein, Regenschirmen sind besser weiß oder gelb statt grau oder schwarz. Darüber hinaus kann mit flexiblen Utensilien an der Kleidung Signalbänder, sogenannte Armwraps lassen sich einfach an Armen und Beinen anlegen; an den Beinen dienen sie Radfahrern auch noch als zusätzlicher Schutz, damit das Hosenbein nicht in die Kette gerät.

Überhaupt fahren ja viele Kinder mit dem Fahrrad in die Schule, leider allzu häufig mit Rädern, die sicherheitstechnisch auf einem bedenklichen Stand sind. Und so sollte das verkehrssichere Stadtrad ausgestattet sein:

Ganz wichtig ist die Beleuchtung mit einem fest installierten elektrischen Frontlicht mit Dynamo und einem roten Rückstrahler. Außerdem gehören ein weißer Reflektor vorne und ein roter Reflektor hinten ans Rad. Zur Seite wird der Radfahrer durch Pedale mit gelben Reflektoren und je zwei gelben Speichenreflektoren (sogenannten Katzenaugen) sichtbar. Durch eine hell tönende Klingel macht der Radfahrer auf sich aufmerksam und zwei voneinander unabhängige Bremsen ermöglichen im Gefahrenfall das schnelle Anhalten.

Beim Aktionstag im NWZ wird zudem es eine umfangreiche Ausstellung von Sicherheitsbekleidung sowie entsprechend ausgerüsteter Fahrräder geben, die die Unterschiede in der "Sichtbarkeit und Erkennbarkeit" verdeutlichen werden. In Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht Frankfurt werden auch die Auswirkungen von Alkohol und Drogen mit einer sogenannten Drogen- und Rauschbrille simuliert. Die Besucher können sie bei einem Brems- und Reaktionstest selbst testen. Abwechslung für die jüngeren Besucher bietet ein Fahrrad- und Kettcar-Parcours.

Nach oben Zuletzt geändert: 19.11.2016 17:37 Uhr von TH